Solidaris
Gemeinnützige Gesellschaft
Wir bringen Generationen zusammen
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Erfahrungsberichte

Freude und Dankbarkeit

Karoline Becker, Lebenszentrum Mitterteich

"...Alle BewohnerInnen haben es gemeinsam, dass sie sich sehr freuen und dankbar sind, wenn jemand Zeit für sie hat, sie und ihre Bedürfnisse wahrnimmt und ihnen zuhört. Häufig habe ich auch Tränen in den Augen der alten Menschen gesehen, wenn sie erzählen, dass sie Schmerzen haben, nicht mehr laufen können und vor allem nicht mehr nach Hause gehen können. Für die meisten alten Menschen ist es schwer, dies zu akzeptieren, was ich sehr gut nachvollziehen konnte..."

"...Der Besuch im Lebenszentrum war wieder eine sehr schöne Zeit. Mir hat der Kontakt mit den BewohnerInnen sehr viel Freude bereitet und ich war sehr gerne auf der offenen Station. Der Abschied ist mir dieses Mal sehr viel schwerer gefallen...Ich habe gemerkt, dass ich am liebsten bei ganz vielen BewohnerInnen gewesen wäre, um jedem einmal einen Spaziergang oder ein Gespräch zu ermöglichen...Die netten und herzlichen Begegnungen waren sehr bereichernd für mich und ich erinnere mich gerne an die gemeinsame Zeit zurück..."

"...Ohne das Dialog-Stipendium hätte ich nicht erfahren, dass mir die Arbeit mit älteren Menschen so viel Freude bereitet und mir auch gut liegt. Es hat mir die Türen in diesen Bereich geöffnet und ich kann mir sehr gut vorstellen, in diesem Arbeitsfeld zu arbeiten..."

Einfach glücklich

Helena Leucht, Seniorenheim Bürgerliches Heiliggeist-Spital Passau

"...Herr P. ist inzwischen mein Lieblingssenior. Bereits in der ersten Woche erkannte er mich wieder und wusste meinen Namen... Herr P. ist immer gut gelaunt und hat immer Hunger, das Essen schmeckt ihm immer und das hört man auch...was einfach glücklich macht, weil er so glücklich ist..."
"...Viele von den Senioren haben "ihre Geschichte", die sie noch nicht verarbeitet haben und die sie immer wieder erzählen. Da fragt man sich natürlich: Was wird wohl einmal mein Thema sein?..."

Die wirklich wichtigen Dinge im Leben sehen

Franziska Werner, Caritas Seniorenheim St. Elisabeth Eichstätt

„…Es war einfach schön, zu sehen, wie die Bewohner durch das Beisammensein aus sich heraus kamen und Spaß hatten. Von vielen weiß ich, dass diese Kaffeerunden einer der Höhepunkte der Woche sind… ….Schön war es außerdem, zu sehen und zu hören wie dankbar die BewohnerInnen um die Hilfe und Betreuung waren…Doch Dankbarkeit ist auch bei mir das vorherrschende Gefühl, wenn ich an die drei Monate im Caritas Seniorenheim St. Elisabeth zurückdenke. Ich bin dankbar, für all das was ich lernen durfte: einen Gang zurückschalten, gerade im stressigen (Uni-)Alltag, die wichtigen Dinge im Leben zu sehen…Außerdem bin ich dankbar für die vielen lustigen Momente, in denen ich mich einfach nur unglaublich wohl fühlte…“

Ganz tolle Sache

Angelika Kasperek, Seniorenheim Bürgerliches Heiliggeist-Spital Passau

„…Bei meiner Arbeit habe ich viele neue Erfahrungen sammeln dürfen und eine wirklich schöne Zeit mit den BewohnerInnen verbringen können….Ich habe gespürt, dass ich helfen konnte und mir Dankbarkeit von allen Seiten entgegengebracht wurde, …so dass ich sehr gerne dort war, weil ich genau vor Augen hatte, warum ich dort bin und warum ich das Ganze mache…"

"...Ich habe gemerkt, wie sehr sie sich freuen, beschäftigt zu werden und Kontakt zu einer jüngeren Person wie mir zu haben…dass die BewohnerInnen es schön fanden, dass jemand ihnen gespannt zuhört und nachfragt, sodass sie einen Teil ihrer Lebenserfahrung weitergeben können….Es ist ein tolles Gefühl, Menschen durch eine solche Kleinigkeit glücklicher zu machen, wobei man natürlich auch selbst von solchen tollen Erfahrungen profitiert und selbst Spaß hat…und so viel aus diesem Freiwilligendienst mitnimmt…man einerseits neben dem Studentendasein einen ganz anderen Einblick in einen ganz fremden Bereich – die Altenpflege, Krankheiten, wie Demenz etc. – bekommt und man andererseits sehr viel von den Senioren lernt, …Lebenseindrücke, die mir eine neue Sicht auf manche Dinge verschaffen."

" Es war eine sehr intensive und tolle Zeit und ich würde mich freuen, weiterhin dort aktiv zu bleiben…Ich finde das Stipendium eine ganz tolle Sache und hoffe, dass dies lange erhalten bleibt und noch viele dieser Beziehungen zwischen Jung und Alt fördert.“

Guter Zugang in die Lebenswirklichkeit der Bewohner

NN, Pflegedienst, Seniorenstift am Glasenweiher Bayreuth

„Hervorzuheben ist das große Engagement und Einfühlungsvermögen der Studenten, das weit über das Geforderte hinausgeht. Man merkt, dass es nicht nur um das Abgreifen eines Stipendiums geht.“
„…Auch mit „schwierigen“ Bewohnern kommt er (der Stipendiat) gut zurecht und findet einen guten Zugang in die Lebenswirklichkeit der Bewohner…Wir würden uns freuen, wenn das (Engagement) weiterginge.“

Kochen und Backen

Louisa Bahl, Heilig-Geist-Spital Eichstätt

"..Ob wir nun Spargel mit Schinken, Sauce Hollandaise und selbst gebackenes Brot,...zubereiteten - immer, wirklich immer, bin ich mit einem Glücksgefühl aus dem Heilig-Geist-Spital zurück in den Uni-Alltag gegangen. Schon die kleinsten Gesten, wie zum Beispiel, die Bewohnerinnen und Bewohner mit Namen ansprechen, sie aussuchen lassen, welches Getränk sie möchten oder das benutzte Geschirr abräumen, erfüllt sie mit Freude und man entlockt ihnen ein kleines Lächeln. Dass die Teilnehmer am „Kochen und Backen“ wirklich ihre Zeit und die Gesellschaft der anderen genießen, kann man ihnen ansehen..."

"...In diesen drei Monaten kann ich nicht einen Moment beschreiben, in denen eine Person sichtbar traurig gewesen ist...gerade als junger Mensch hatte ich das Gefühl, dass ich von diesen Menschen etwas lernen kann, was mir weder von der Uni noch von einem Nebenjob vermittelt werden kann. Die Senioren, die zum Teil auch demenziell verändert waren, haben an die wichtigen Dinge im Leben die Erinnerung behalten und erfreuen sich an Kleinigkeiten, die unser einem im stressigen Alltag des Öfteren entgehen..."

"…Ein solch freiwilliges, soziales Engagement kann ich jedem empfehlen! Man erfreut alleinstehende Menschen, die ansonsten vielleicht Einzelgänger wären. Als kleines Kind war ich oft bei meinen Großeltern und sie haben sich ohne Wenn und Aber um mich gekümmert. Ich möchte etwas zurückgeben.
Nach diesen drei Monaten habe ich das Gefühl, dass ich nicht nur das Leben dieser älteren Menschen bereichert habe, sondern auch mein eigenes."

Eine Herzensangelegenheit

Roman Kästel, Seniorenstift am Glasenweiher Bayreuth

"...Frau R. fühlte sich sichtlich wohl, von uns Stipendiaten umgeben zu sein und hatte keinerlei Probleme, das Gespräch zu führen....Sie ist für ihr Alter geistig bemerkenswert fit und was sie zu erzählen hatte, ist für mich ungemein interessant gewesen, denn sie ist eine Zeitzeugin jener Ereignisse, die unsere Geschichtsbücher wohl noch viele Jahrhunderte prägen. Meine Großeltern starben als ich noch sehr jung war, deshalb hatte ich zuvor nie die Möglichkeit, persönlich mit einem Zeitzeugen zu sprechen und meine eigenen Fragen zu stellen..."

"...Wenn ich zu Besuch komme, sieht man die Freude im Gesicht von Herrn K. Er schaut mich dann oft mit einem berührten Lächeln an und fragt: "Warum kommst du mich eigentlich besuchen? Ich weiß nicht, ob ich sowas für jemand anderen tun würde." "Genau deswegen!" lautet in der Regel meine Antwort und ich weise ihn dann auf seine Freude als Grund für meine Besuche hin..."

"...Ich bewundere zutiefst was Solidaris mit dem Dialog-Stipendium auf die Beine gestellt hat. Ihr Umgang mit mir war von einer Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft geprägt, wie ich sie bisher selten erlebt habe. Ich bin dankbar, dass ich Teil eines solchen Projektes sein durfte und würde mich freuen, es ...weiter unterstützen zu können....Es war und ist für mich eine Herzensangelegenheit."

Den Tag schöner machen

Julia Heider, Villa Wörth Pflegezentrum Wörth a.d. Isar

„...Neben den wöchentlichen Aktionspunkten hatte ich viel Zeit, mich intensiv mit den einzelnen Bewohnern zu beschäftigen. Diese Zeit fehlt dem Personal oftmals und deshalb haben die Senioren die Zeit mit mir sehr genossen und wollten mich teilweise nicht mehr nach Hause gehen lassen...Ein Gespräch, jemand der ihnen mal die Hand hält, ein Spaziergang durch den Garten, jemand der einfach mal Zeit hat, in Ruhe neben ihnen sitzt und sich wirklich für sie interessiert und für die Sachen, die sie beschäftigen...“
„...Bei einem Spaziergang... habe ich zu einer Dame gesagt: „Heute ist ein so toller sonniger Tag, den sollten wir genießen.“ Und ihre Antwort darauf war: „ Der Tag heute ist nur so toll, weil du heute da bist.“ Das waren die Momente, an denen ich mich sehr gefreut habe, weil ich wusste, ich habe ihren Tag etwas schöner gemacht...“
„...Es sind die kleinen Dinge, die wirklich glücklich machen, nette Worte von seinen Mitmenschen, wenn man das Gefühl hat, gebraucht zu werden und zufrieden sein, auch wenn mal nicht alles genau so läuft, wie man es gerne möchte...“
„...Vielen Dank, dass Sie dieses Projekt ins Leben gerufen haben. Sie haben den Senioren, dem Personal und mir wöchentlich eine große Freude bereitet!“

Leuchtende Augen

Andrea Horf, Innstadt Villa Passau

„...Ich holte das Akkordeon ... herunter und packte es aus...Nach kurzer Zeit saßen H. und ich da und sangen aus lauter Kehle „Alle meine Entchen“....Für mich war dies ein besonderer Augenblick, denn H. erstrahlte vor Freude über diese Töne und seine blinden Augen leuchteten wahrhaftig. Dabei war er bei meiner Ankunft noch sehr mürrisch gewesen und hatte gesagt, dass es doch besser wäre, zu sterben. Nun hatten wir Spaß, während wir versuchten, Lieder zu finden, die wir beide kannten ....“
„...Immer mal wieder muss er anfangen zu weinen, wenn er an seine verstorbene Frau denkt...Ich versuche ihm dann einfach beizustehen. An anderen Tagen ist er wieder viel gewitzter und fragt mich zum Beispiel, was meine Eltern sagen, dass ich hier mit einem fast „90-jährigen Knacker“ ausgehe...“
„...Insgesamt bin ich sehr froh, an diesem Generationenaustausch teilgenommen zu haben...H. hat sich mittlerweile sehr an unsere Verabredungen gewöhnt, zählt die Tage und Stunden, bis ich wiederkomme und weint mittlerweile jedes Mal, wenn ich mich...verabschieden muss. Ich hoffe aber, dass die Freude über die schönen gemeinsamen Erinnerungen überwiegen wird...Auch mir wird es schwerfallen, ihn nicht mehr jede Woche sehen zu können...Ich hoffe, dass noch viele weitere Studenten solche lebensbejahenden und –bereichernden Erlebnisse machen dürfen.“

Leben zwischen den Generationen besser kennenlernen

Friederike de Weerth, Seniorenstift am Glasenweiher Bayreuth

"....Ich habe dieses Semester durch die Arbeit im Seniorenstift am Glasenweiher sehr viel dazugelernt - über die Krankheit Demenz, den Umgang mit dementen Menschen und das Leben zwischen den verschiedenen Generationen. Ich habe es immer genossen, mal für ein paar Stunden aus dem studentischen Unialltag herauszukommen. Und ich habe erkannt, dass Eigeninitiative oft notwendig ist um schneller etwas umzusetzen. Dank des tollen Pflegepersonals habe ich mich im Seniorenstift sehr wohlgefühlt und möchte dorthin nächstes Semester auf jeden Fall wieder zurückkehren..."

Spannende Geschichten

Natallia Aniskevich, Senioren- und Pflegeheim Vincentinum München

"...Ich war in der Zeit für zwei Seniorinnen, Frau K. und Frau D., zuständig. Das fand ich super, weil ich mich dadurch mehr auf ihre Bedürfnisse konzentrieren konnte... Da entwickelten sich Sympathien und schon bald wusste ich, was "meine" Bewohnerinnen besonders mögen und was mit ihnen machbar ist... Alles in allem halte ich meinen Einsatz hier für sehr gut. Ich konnte eine Bindung zu beiden Seniorinnen aufbauen, sie freuten sich auf meinen Besuch. Es dauerte ein bisschen, bis ich den richtigen Zugang fand und ihre Wünsche entschlüsselte. Aber ich finde, es hat sich gelohnt, weil man dadurch die spannendsten Dinge, die einem im Alltag gar nicht zugänglich sein können, erfährt... Das mir entgegengebrachte Vertrauen und die Freiräume für meine Ideenentwicklung und Selbständigkeit wusste ich sehr zu schätzen."
Foto: Susanne Graf-Althammer

Viel Freude

Carmen Müller, Haus St. Anna Pfaffenhausen

"..Ich finde, man kann von älternen Menschen durch ihre Lebenserfahrung so viel lernen und macht sich Gedanken, die einem vorher nie gekommen wären. Besonders diesmal habe ich gespürt, dass meine Anwesenheit sehr viel Freude bereitet hat, und auch ich konnte dadurch sehr viel mitnehmen..."

Aufs und Abs

Manon Louisa Fritz, AWO Seniorenzentrum Loisachtal

"...Nun kann ich auf 3,5 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit im Seniorenheim zurückblicken. Es war gewiss nicht immer leicht, aber die Menschen, mit denen ich in Kontakt gekommen bin und die ich genauer kennenlernen durfte, haben mich geprägt und mir gezeigt, dass das Leben mit all seinen Aufs und Abs durchaus wundervoll sein kann. Das Verständnis dafür, dass alltägliche Dinge nicht mehr leicht fallen und nicht mehr umgesetzt werden können, wurde geschult sowie die Geduld, die man mitbringen muss, da Bewegungsabläufe sowie kognitive Vorgänge nicht mehr oder nur verlangsamt stattfinden..."

Gedanken über das Älterwerden

Maria Möckl, Ambulanter Pflegedienst Puscas München

"...Es hat großen Spaß gemacht...so intensiv Menschen kennenzulernen und ich lerne viel von den alten Menschen, die ja sehr große Lebenserfahrung haben...Der Krieg war häufig Thema bei unseren Spaziergängen. Dabei wurde klar, wie schwer solch prägende Ereignisse wie dieses zu verarbeiten sind. Eine Seniorin sagte oft zu mir, dass sie niemandem wünsche, so Hunger und Durst zu haben...und sie wünsche sich sehnlichst den Frieden auf der Welt..."

"...Ehrlich gesagt, mache ich mir als relativ junge Person schon sehr große Gedanken über das Älterwerden und über die zukünftige pflegerische Situation. Solche Projekte wie dieses werden die Zukunft sein, denn alte Menschen dürsten nach Begegnungen, wollen Erlebtes mitteilen und teilen...Den hauptamtlichen Pflegekräften ist es immer weniger möglich, auf diese Bedürfnisse einzugehen. Meist aus dem zeitlichen Engpass, hinter dem ja der finanzielle Aspekt hängt. Mit dem Einsatz von Solidaris wird die Welt ein kleines bisschen besser!..."

Witze, Freude und Spaß

Vanessa Diaz Martin, ASZ Sendling München

"...Es war sehr rührend zu erleben, wie die Senioren beim Straßenfest trotz Regen mit Regenschirmen auf den Bänken saßen und miteinander lachten. Musik wurde auch gespielt und bei dieser schönen Stimmung hatten wir fast vergessen, dass der Himmel bewölkt und regnerisch war...Es war ein wunderschöner Tag, an dem mehr die Sonne in unseren Herzen als am Himmel schien!..."

"...Bei unserem Ausflug waren die Senioren alle sehr gut gelaunt und machten Witze...Freude und Spaß kennen eben kein Alter und sobald die Senioren lachten, wirkten sie 50 Jahre jünger und die Lebensfreude ist in diesem Moment stärker als ihre körperlichen Probleme..."

"...Diese Zeit mit den Senioren hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, jemanden zu haben, der bei allen Geschichten des Lebens bewußt zuhören kann und will und das Wissen, das man in all den Jahren gesammelt hat, aufnimmt...Ich habe erfahren, dass man mit 80 alles im Leben erlebt hat, dass man in Harmonie...lebt und dass es leider auch wichtig ist, Geld zu haben um sich eine gute Pflege zu leisten...Altern ist keine Krankheit, es ist ein Prozess, ein Teil des Lebens, und ich habe gelernt, dass man in jedem Lebensabschnitt trotzdem glücklich werden und Neues erleben kann..."

Gespräche am Tisch

Andreas Burger, St. Hildegard Sonthofen

"...Es bedarf aber auch sehr viel Geduld für einzelne Bewohner, die leider von den Alltagsbegleitern nicht immer an den Tag gelegt wird, denn auch das Pflegepersonal will irgendwann nach Hause und so wird die pflegebedürftige Person schnell abgespeist...Dieser Gesichtspunkt hat mir ganz und gar nicht gefallen und so habe ich mir die pflegebedürftige Frau G. rausgesucht und ihr meine Zeit geschenkt, ihr Essen eingegeben mit Zeit und Worten und ich habe gemerkt, dass mit jedem Tag, jedem Essen, jeder Minute am Tisch, jedem Wort ein Band entstanden ist....Wir haben viel gelacht und diese Frau, die ich am Anfang sehr bemitleidet habe, bekam eine ganz andere Bedeutung in meinen Augen....Ich hatte das Gefühl, dass meine Zeit sinnvoll investiert war und ich ihr einen Teil des Lebensalltages erleichtern konnte, sie aufbauen und motivieren konnte, nicht einfach in ihrem Stuhl dahin zu vegetieren...nach dieser Woche war diese Frau so lebhaft geworden, dass sie sich sogar, auch wenn keiner verstand, was sie sagen wollte, plötzlich in Gespräche am Tisch einmischte und mit anderen lachte. Dieses Erlebnis sitzt tief in mir und ich weiß, ich habe etwas Gutes getan. Dank Solidaris wurde mir dieses Erlebnis zuteil und dafür bin ich sehr dankbar..."

Wertvolle Unterstützung des Pflegepersonals

Brigitte Albrecht, Leiterin Sozialdienst, AWO Seniorenzentrum Penzberg

"Die Stipendiaten sind für uns eine wirkliche Hilfe, das Pflegepersonal ist für die zusätzliche Unterstützung dankbar und die betreuten Senioren freuen sich, dass sich mit den Stipendiaten vor allem junge Menschen um sie kümmern."

Ein Lächeln mitgeben

Miriam Becker, Senioren- und Pflegeheim Vincentinum München

"...Noch mehr gelernt habe ich von Frau H. über Dankbarkeit. Da sie von außerhalb kaum Besuch empfängt und selbst zu schwach ist, alleine mit dem Rollstuhl in den Garten zu fahren, war es für sie von großer Bedeutung und Freude, dass sie durch meine Besuche zusätzlich zu den Aktivitäten im Vincentinum die Möglichkeit hatte, ins Grüne zu fahren. Ich spürte jedes Mal eine große Dankbarkeit..."

"...Es hat mir auch dieses Semester wieder gefallen, im Rahmen des Dialog-Stipendiums im Vincentinum aktiv zu sein. Ich bin jedes mal mit viel Freude und Dankbarkeit empfangen worden. Zwar gab es wenige traurige Momente..., jedoch bleiben im Gedächtnis auch die sonnigen heiteren Stunden, welche für mich gewinnbringend und bereichernd waren. An jedem Tag...wurde mir zum Schluss von den Bewohnern ein Lächeln mit auf den Weg gegeben. Und ich war stolz darauf, dass dieses Lächeln aus der gemeinsamen Zeit, die man miteinander verbracht hat, entstand..."

Den Alltag lebendiger und fröhlicher gestalten

Katy Zillmann, Caritas Altenheim St. Korbinian Baldham

"...Wichtig war für mich, dass ich für die Pflegekräfte auch tatsächlich eine Entlastung darstellte... Ich hatte auch das Gefühl, dass das Pflegepersonal für die zusätzliche Unterstützung sehr dankbar war... Das Personal ist sehr knapp bemessen und Urlaub und Krankheit bringen das verbleibende Personal oft ganz schön ins Schwitzen... Die Bewohner nahmen mich sehr herzlich auf ..."

"...Die vielen Gespräche haben mir auch gezeigt, was "Altenheim" bedeutet: Für Senioren ist dies oft mit dem "letzten" Umzug verbunden... Meiner Meinung nach, sollte das Ziel der Arbeit in einem Altenheim sein, die noch verbleibende Zeit der Senioren so lebendig wie möglich zu gestalten. Meine Zeit, die ich mit ihnen verbringen durfte, schien mir gleich umso wertvoller, da ich die Möglichkeit hatte, ihnen tatsächlich etwas zurückzugeben... Komplimente von Bewohnern, dass ich mit meinem Lächeln den Raum erhellen würde, klangen überhaupt nicht mehr kitschig, sondern zeigten mir, dass ich genau das Richtige tat, nämlich den Alltag der Senioren lebendiger und fröhlicher zu gestalten..."

Schöne und traurige Momente

Mehmet Asan, Curanum Seniorenresidenz Erlangen

„...Es gab neben den schönen auch traurige Momente. Zu sehen, wie so mancher Senior in einen schlechten Allgemeinzustand verfällt oder chronische Schmerzen hat, macht einen bedrückt. Diese wertvolle Zeit hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, Menschen, welche zwangsläufig aufgrund ihres Alters eine gewisse Alltagsroutine besitzen, immer wieder wie etwa durch Sommerfeste oder einen Zoobesuch, aus dieser Routine rauszuholen. Dies zerstreut negative Gedanken und lässt die eigenen Sorgen für einen Moment vergessen.“
„In Gesprächen hört man hier und da ein Klagen raus und es fallen für einen Dreiundzwanzigjährigen unverständliche Sätze über den Tod. Mich fasziniert und beängstigt es gleichzeitig, wie pragmatisch und realistisch alte Menschen über den Tod reden können, ohne Angst, sondern als Teil des Lebens. Ich mache um dieses Thema gerne noch einen großen Bogen, ab einem bestimmten Alter hat man wohl so viele Tode erlebt, dass man irgendwie die Angst davor verliert.“
„...Ich bin der Überzeugung, dass ich durch meine Arbeit die Mitarbeiter entlasten und die Senioren erfreuen konnte...Man kann ihnen schon eine Freude bereiten, wenn man ihnen aufmerksam zuhört. Aber was sie aus dem Alltag wieder rausbringt ist, wenn man Ihnen aus dem eigenen Alltag eines jungen Menschen erzählt. Ich fühle, wie sie dabei innerlich über die kleinen Probleme, die man in diesem Alter noch hat, schmunzeln und ein bisschen von ihrer eigenen Jugend mit denselben Problemen träumen.“